Julia Korol
Julia Korol, Porträt am Wasser

Umwelt- und Ressourcenmanagement · Wasser, Landnutzung, Infrastruktur

Julia Korol

Bremen · Amsterdam · Wien

Hier stelle ich Arbeiten und Themen vor, mit denen ich mich beschäftige — Wasser, Raum und Ökosystemleistungen, und wie sich technische, ökologische und wirtschaftliche Perspektiven verbinden lassen.

AktuellUmwelt- und Bioressourcenmanagement (BOKU Wien) · Vertrieb bei HomepageLotse

Wie ich arbeite

Mich interessiert, was aus einer Idee unter den konkreten Bedingungen eines Standorts tatsächlich werden kann:

  • Welche natürlichen Voraussetzungen gibt es, und welche Nutzung ist sinnvoll?
  • Welche Infrastruktur wird benötigt?
  • Welche technischen, wirtschaftlichen, ökologischen und institutionellen Rahmenbedingungen müssen zusammengedacht werden?

Meine Stärke liegt darin, Zusammenhänge über Fachgrenzen hinweg zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und zwischen ihnen verständlich zu vermitteln.

Über mich

Ich komme aus Bremen und bin mit Wasser als selbstverständlichem Teil einer Landschaft aufgewachsen. Meine Großeltern hatten ein Haus unmittelbar am Fluss. Wo in den 1950er-Jahren noch ein Sandstrand und Überschwemmungsflächen lagen, steht heute ein hoher Hochwasserdeich. Wie stark sich Landschaft, Nutzung und der Umgang mit Wasser verändern können, habe ich dort schon früh ganz praktisch erlebt.

Später habe ich viele Jahre in den Niederlanden gelebt und gearbeitet. Mein beruflicher Hintergrund ist zunächst kaufmännisch: internationale Kunden, Vertrieb, Produktion und Logistik. Während meiner Zeit bei Norit, einem niederländischen Hersteller von Aktivkohle, bekam das Thema Wasser für mich eine neue, technische Dimension. Aktivkohle wird unter anderem dort eingesetzt, wo Wasserqualität entscheidend ist — von der Abwasserbehandlung bis zur Aufbereitung von Trinkwasser. Wasser war damit nicht mehr nur Teil einer Landschaft, sondern auch eine Frage von Qualität, Grenzwerten, technischen Verfahren und zuverlässigen Prozessen.

An der Vrije Universiteit Amsterdam kam eine weitere Perspektive hinzu. Im Studium Aarde en Economie beschäftigte ich mich mit Wasserwirtschaft, Landnutzung, Hochwasserschutz und der Frage, wie natürliche, technische und wirtschaftliche Systeme zusammenspielen. In Wien habe ich diesen Weg mit dem ingenieurtechnischen Studium des Umwelt- und Bioressourcenmanagements an der BOKU weitergeführt — interdisziplinär angelegt, und genau das entspricht meiner Art zu arbeiten.

Heute beschäftigen mich besonders Fragen rund um Raum- und Landnutzung, Wasser, Umwelt und Infrastruktur. Ich arbeite mich gern in neue Fragestellungen ein, recherchiere, analysiere und strukturiere Informationen. Kosten, Abläufe, Nutzer und Umsetzbarkeit gehören für mich dabei genauso zu einem Projekt wie seine fachlichen Grundlagen.

Bei HomepageLotse arbeite ich im Vertrieb und habe die konzeptionelle Überarbeitung des Webauftritts begleitet. Dahinter steht eine Frage, die mir auch in anderen Bereichen immer wieder begegnet: Wie lässt sich etwas Komplexes so strukturieren und vermitteln, dass es für andere verständlich und nutzbar wird?

Arbeiten

Wasser als Teil des Standorts

Standort- und Wasserkonzept · Kerames, Kreta · 2022–2024 · Deutsch

Für eine kleine Ferienanlage am Südhang des Siderotas-Gebirges an der Südküste Kretas habe ich Standort und Wasserführung konzipiert. Die Leitfrage war, wie sich eine touristische Nutzung in die vorhandene Landschaft einfügen lässt, ohne deren natürliche Struktur für eine standardisierte Bebauung umzuformen.

Das Konzept lässt das Wasser dort gravitativ fließen, wo die Topografie es zulässt, und überwindet einzelne Höhendifferenzen punktuell mit Pumpentechnik — statt das Gelände dem Wasserlauf anzupassen. Ein vorhandener natürlicher Zufluss wird innerhalb des Grundstücks sichtbar geführt, über terrassierte Wasserbereiche geleitet, gefiltert und anschließend wieder dem natürlichen Wassersystem zugeführt. Ein dauerhaft beschatteter Speicherbereich übernimmt zwei gegensätzliche Aufgaben: im trockenen Sommer Wasser halten und Verdunstung begrenzen, im niederschlagsreichen Winter zusätzliches Retentionsvolumen bereitstellen. Eine mehrstufige Sedimentation schützt Pumpen und das tiefer gelegene Biotop vor Feststoffeintrag.

Mein AnteilStandortanalyse, Nutzungsidee, Wasser- und Landschaftskonzept.
StandFrühe Konzept- und Entwicklungsphase. Die Darstellung ist keine hydraulische, bautechnische oder genehmigungsfähige Fachplanung; Hydrologie, Wasserrecht, Baugrund und die technische Dimensionierung hätten eine spezialisierte Fachplanung erfordert.
Wasser als Teil des StandortsPDF · 6 Seiten · deutsch

Hidden Streams as Blue-Green Infrastructure

Wienerwaldbäche · Wien · BOKU · 2021, überarbeitet 2026 · Englisch

Kann die Freilegung der verrohrten Wienerwaldbäche zu einer klimaresilienteren Stadt beitragen? Rund 50 dieser Bäche durchziehen Wien, etwa zwei Drittel sind an der Oberfläche unsichtbar, weil historische Einwölbungen sie in Entwässerung und Kanalnetz überführt haben.

Die Arbeit bestätigt die starke Fassung ihrer eigenen Ausgangshypothese nicht: Ein stadtweiter Kühleffekt allein durch offengelegte Bäche ließ sich aus der verfügbaren Evidenz nicht ableiten. Belastbar ist der Zusammenhang mehrerer Funktionen — Verdunstung und Beschattung, Regenwasserrückhalt, ökologische Vernetzung, Wasserqualität und Aufenthaltsraum. Die Überarbeitung 2026 prüft, was seither aus der Planungslogik geworden ist: nicht die flächige Freilegung, sondern die Institutionalisierung des Systemansatzes in Smart Klima City Strategie (2022), Bauordnung (2023), Wien-Plan 2035 und dem Bewertungsinstrument GRF Wien. Die Flysch-Zone des Wienerwalds mit ihrer geringen Versickerung und ihren schnellen Abflussspitzen macht Hochwassersicherheit dabei zur nicht verhandelbaren Randbedingung.

Mein AnteilRecherche, Analyse und Text, 2021 und in der Überarbeitung 2026.
StandLiteratur- und Politikanalyse. Keine eigenen Messungen, keine Mikroklima-Modellierung.
Hidden Streams as Blue-Green InfrastructurePDF · 9 Seiten · englisch

Economic Valuation of Ecosystem Services Provided by Riparian Buffer Strips

Ökosystemleistungen von Uferrandstreifen · BOKU · 2021, überarbeitet 2026 · Englisch

Wie lassen sich Leistungen von Ökosystemen, für die es keinen Marktpreis gibt, in wirtschaftlichen Entscheidungen sichtbar machen? Uferrandstreifen zeigen das Verteilungsproblem in Reinform: Die Kosten — aus der Produktion genommene Fläche, Anlage, Pflege — trägt sichtbar der Landwirt, während geringerer Nährstoffeintrag, weniger Erosion und Lebensraum weit über die Betriebsgrenze hinaus wirken.

Die Arbeit vergleicht die gängigen Bewertungsverfahren — Marktpreise, Produktionsfunktion, vermiedene Kosten, Wiederbeschaffungskosten, hedonische Preise, Reisekosten, Kontingente Bewertung, Nutzentransfer — jeweils mit ihrer Stärke und ihrer Grenze, und zeigt, warum die Wahl der Methode mitentscheidet, welche Wertdimension überhaupt erfasst wird. Sie prüft die Ecosystem Services Valuation Database im Stand von 2021 gegen den von 2025 und ordnet den österreichischen Agrarumweltrahmen ein. Die tragende Interpretationsregel: Eine Zahlung, die Opportunitätskosten des Landwirts und der gesellschaftliche Wert einer Leistung sind drei verschiedene ökonomische Größen — sie gegeneinander auszutauschen führt zu falschen politischen Schlüssen.

Mein AnteilDas ökonomische Kapitel eines interdisziplinären Fünf-Personen-Projekts habe ich eigenständig recherchiert und geschrieben; die Fassung 2026 ist meine eigenständige Überarbeitung, in der geliehene Abbildungen durch eigene ersetzt sind.
StandÜberarbeitete Synthese, keine neue begutachtete Studie.
Economic Valuation of Ecosystem Services Provided by Riparian Buffer StripsPDF · 5 Seiten · englisch

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